Die Klänge deiner Augen

Du spielst mein Instrument
Wie eine Königin,
Im weiten Bogen, mit sanfter Hand.
Lange schon
Ist mein Herz von innen nach außen gekehrt
Und jetzt spielst du es,
Ohne Pause, 
Du meine Sehnsucht! 
Jede Fingerspitze spüre ich jetzt,
Worte wie Geschenke an alle,
Deren Hände offen sind.
Du spielst und siehst mich an,
Und du machst mich stumm,
Aus Trauer und langer Zeit 
Fern von dir.
Mein Leben,
Das du auf meinem Herzen spielst,
Verzehrt mich Stück um Stück,
Unter deinen Augen.
Wie ein weites Feld
Umgibst du mich, und mein ewiges Lieben:
Ich kann mich wenden,
Wohin ich will,
Die lieben Töne deiner Blicke
Nähren mein müdes Herz.
Immer wieder spiele ich die gleichen Verse,
Vor deinem schmunzelnden Blick,
Immer wieder stocke ich an gleicher Stelle,
Und du lachst auf, 
Als wüsstest du nur zu gut,
Wohin das alles führt.
Deine Fingerkuppen spüre ich 
Unter der Haut.
Meine Tränen sind jetzt 
Schon wie Perlen,
Endlos aufgereiht auf der Schnur
Deiner Liebe.

Für Gurumayi, 24. April 2006
Uwe Vamdev Franz

english

 
de/gedichte/die_klaenge_deiner_augen.txt · Zuletzt geändert: 2010/06/15 14:33 (Externe Bearbeitung)