Die Liebestür

Jetzt komm doch, sagtest du zu mir,
und da ich folgte, zeigtest du
mir Welten, viele Welten.
Vor Staunen und vor Überschwang
erklang im Herzen ein Gesang
uralt und altvertraut.

Ich hielt mich fest
im Wirbelwind der
taumelnden Gefühle.
Und deine Worte waren mir der Halt,
der mir die Kraft gab,
voller Mut, voller Verzagen,
im Auf und Ab zu bleiben.

Wie viele Male steh ich schon
vor dir, vor deinem Raum?
Natürlich weiß ich,
dass die Tür hinein
für mich noch nie
verschlossen war.

Doch steh ich da,
vor Sehnsucht taub,
die Klinke in der Hand,
will endlich zu dir kommen.

Ich sehe dich in deiner Welt,
die meine lang schon ist,
ich sehe dich und sehne mich
nach deinen alten Worten.

Natürlich weiß ich,
dass du wartest, lange schon,
so lange schon.
Ich stehe vor der Liebestür,
die offen ist,
die mich so oft willkommen hieß,
und immer wieder kehrte ich
ihr ungelenk den Rücken zu,
und weiß nicht mal warum.

Sag du es mir,
woher mein Harren kommt.
Ich stehe vor dir, lange schon
und immer noch,
und schau dir in die Augen.

Aus ihren Tiefen höre ich
mein eigen Lied,
wie wilde Wärme
trifft es mich, bedeckt es mich
und macht zum Einen dich und mich,
und niemand wird uns trennen.

3. November 2009
Uwe Vamdev Franz

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