Echorufe

Da sitz ich nun am See und denk an dich,
Wie immer schon, so scheint es mir.

Mein Herz erträumt ein Land für uns,
Ein strahlend lichtes Land für uns,
Wo unsere Haut aus Wasser ist,
Aus Wasser ohne Trennung.

Die Hand, die dich im Haar berührt,
ist dann nur sanft und kühl,
Und deine Augen träumen noch,
Und meine Wünsche klingen noch
Wie Echorufe ohne Ton.

So sitze ich und denk an dich,
An diesen Traum aus dir.

So viele Sehnsuchtwellen,
ganz ohne Hast und Halt,
So viele Blätterlieder über mir
Und du bei dir, und ohne mich.

Wer würde das schon denken,
Das Glockenspiel aus dir und mir,
So klar, so frei von Schuld?

Die Kälte, die jetzt überall
Und ohne Halt erdröhnt,
Sie lockt und ruft und ich geh nicht
Zu ihr.

Im Herzen träumen wir
Ganz ohne Grenzen, ohne Zeit.
Die Wahrheit, die uns trennt und eint,
Sie lebt im Träumen deiner Haut.

Kein Denken, keine Worte mehr,
Nur du, und du in mir!

Das Glück und Unglück trennt uns nicht
Und wir, wir sind zusammen.

Juni 2004
Uwe Vamdev Franz

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