Genüsslich verzehrt die Zeit

Meinen geliebten Körper, 
Und aus meinem Herzen tropft ganz langsam
Die wilde Sehnsucht meiner Seele.
Wie oft habe ich dich angerufen,
Immer wieder, ob es mir gut ging oder schlecht.
Wie oft hast du dein Netz der leisen Liebe
Über meinen Schmerz und meine Freude
gleichermaßen gelegt,
Wie Balsam, wie Rosenduft.
Über die Zeit können wir nur lachen,
Der Genuss steht ihr auf dem Mädchengesicht!

Und ich, ich sehne mich immer noch nach dir,

Wie am ersten Tag, wie vor unendlicher Zeit,
Seit damals schon.
Hörst du, du musst mich empfangen, eines Tags,
In deiner Stadt der Liebe.
Ich warte auf dich, auf dass du dein Versprechen einlöst.
Wir alle warten.
Und nicht einmal die Zeit, die Genießerin,
Wird uns ungeduldig machen,
Nicht einmal sie kann uns vertreiben mit ihrer Eile. 
Du und ich, wir werden feiern, ohne Anfang und ohne Ende,
Das große Mal, das uns die Zeit
Am Tisch meines eigenen Herzens
Bereitet hat.

Uwe Vamdev Franz

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de/gedichte/genuesslich_verzehrt_die_zeit.txt · Zuletzt geändert: 2010/06/15 14:33 (Externe Bearbeitung)